Der Blick öffnet sich senkrecht nach oben aus dem substomatären Hohlraum heraus, durch eine Architektur, die trotz ihrer Winzigkeit den Eindruck eines gotischen Portals erzeugt: zwei nierenförmige Schließzellen wölben sich wie Gewölbeschlussstein über einem gerade einmal sieben Mikrometer breiten Spalt, durch den das kaltblaue Licht der Außenatmosphäre herabfällt und die Dunkelheit des offenen Porus mit scharfem Kontrast durchschneidet. Jede Schließzelle ist von einem elektrischen Grün erfüllt, das von zwölf Chloroplasten ausgeht, die sich schultergedrängt entlang der verdickten Innenwand reihen und deren Membranstapel das einfallende Licht in eine nahezu eigenständige Lumineszenz verwandeln. Die cuticulären Lippen überragen den Porenrand wie glasige Gesimse, deren wachsartige Substanz das Licht in einen irisierenden Saum aus Gold und blassem Violett bricht – ein optisches Phänomen, das an der Grenze zwischen Materie und Molekulardimension entsteht. Die umgebenden Epidermiszellen wirken dagegen farblos und leer, weitgehend vakuolisierte Fensterscheiben, die das turgeszente Leuchten der Schließzellen noch schärfer hervortreten lassen; sie sind die mechanische Konsequenz eines osmotischen Druckgefälles, das die asymmetrisch verdickten Cellulosemikrofibrillen der Innenwände zwingt, die Öffnung aufzusperren statt sie zusammenbrechen zu lassen. Tiefer im substomatären Hohlraum verlieren sich die unregelmäßigen Lappen des Schwammparenchyms in einem diffusen biologischen Dunst, ihre feuchten Oberflächen von kondensierten Wasserfilmen überzogen, die das Restlicht zu einem glühenden, grünen Nebel zerstreuen.
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