Nauplius schlüpft aus Eiersack
Micro-crustaceans

Nauplius schlüpft aus Eiersack

Im Schwebezustand wenige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche eines Flachsees begegnen wir einem der intimsten Ereignisse der aquatischen Welt: Ein weiblicher *Cyclops* dominiert das Bild wie ein bernsteinfarbenes architektonisches Monument, sein durchscheinendes Prosoma lässt die fadenförmige Darmschlaufe erahnen, während das einzelne Medianauge wie ein Rubin an der Vorderspitze leuchtet. An seinem Urosome hängen zwei prallgefüllte Eisäcke, karotenoidgesättigte Dotterkonzentrate, deren Membran am linken Sack bereits aufgerissen ist — eine hauchzarte irideszente Haut, die sich in Interferenzfarben von Silber und Aquamarin in die grünlich gefilterte Wassersäule wölbt wie zerberstende Seifenfolie. Drei Naupliuslarven treten gleichzeitig aus diesem Geburtskanal: eine noch in embryonale Membranhäutchen gehüllt, deren Setae wie silbervergoldete Spinnfäden im Gegenlicht schimmern, eine im freien Taumeln mit bereits ausfahrenden Antennen- und Mandibularästen, die ersten Schlagzyklen im hochviskosen Nahfeld tastend erprobend, und eine dritte, die schon frei im leuchtenden Grün schwebt — ihr dreilappiges Medianauge ein glutroter Funke, der die Umgebung abtastet, bevor der erste echte Ruderschlag das Tier in die phytoplanktongetrübte, mit organischen Schwebeteilchen übersäte Wassersäule entlässt.

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