CRISPR-Cas9 DNA-Erkundung
Macromolecules

CRISPR-Cas9 DNA-Erkundung

Fünf Nanometer vor dem Cas9-Komplex füllt eine gewaltige, zweilappige Proteinskulptur das gesamte Gesichtsfeld — eine lebendige Klippe aus gefalteten Polypeptidketten, deren Erkennungslobus wie ein Gewölbe aus Kobaltblau und tiefem Türkis überhängt, während der warme Bernstein-Ocker des Nukleaselappus sich darunter vorwölbt, seine Oberfläche stets leicht diffus, da die Grenze zwischen Molekül und Lösungsmittel nicht scharf gezogen, sondern elektrostatisch ausgehandelt ist. Zwischen beiden Lappen eingeklemmt dreht sich die B-Form-Doppelhelix wie ein Pfeiler aus getriebenem Eis, die negativ geladenen Phosphatgruppen leuchtend violett pulsierend, während eine dichte Wolke geordneter Wassermoleküle sich zitternd an den Rückgrat schmiegt. Die einzelne Führ-RNA schneidet als elektrisch-cyanfarbener Faden durch diesen Raum, ihre 2′-OH-Gruppen wie kleine Häkchen abstehend; an drei Stellen haben sich bereits R-Schleifen-Brücken gebildet, die Goldweiß schimmernden Wasserstoffbindungen ziehen sgRNA und Matrizenstrang mit einer fühlbaren elektrostatischen Spannung zusammen, als würden zwei komplementäre Schlösser einschnappen. In der Tiefe des katalytischen Spalts markieren zwei blendend weiße Magnesium-Ionen die aktiven Zentren von HNH und RuvC, jedes in einem präzisen oktaedrischen Käfig koordinierender Sauerstoffatome gefangen, während rechts die Arginin-Seitenketten des PAM-interagierenden Domäne wie Kupferpaddles in die kleine Furche des NGG-Trinukleotids greifen und die lokale Helixgeometrie unmerklich entrollen — das ganze Ensemble schwimmt in einem phosphoreszierenden thermischen Ozean ständiger Brownscher Kollisionen, der keine Stille kennt.

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