Nächtliche Acetabularia Biolumineszenz
Giant unicells

Nächtliche Acetabularia Biolumineszenz

In der blauen Schwärze einen Meter unter der Mittelmeeroberfläche schweben drei Acetabularia-Stiele wie elfenbeinfarbene Miniaturkathedralen über dem Kalksteinsockel — jeder von ihnen eine einzige, ununterbrochene lebende Zelle, deren hauchdünne Schirmkappe aus radialen Segmenten wie Spitze aus Meeresglas aufgefächert ist. Zwischen den Blitzen pulsiert aus ihrem Inneren ein geisterhaftes Graugrün, das Nachleuchten des Chlorophylls, das kaum weiter reicht als ein Handbreit, bevor es in absolutem Blauschwarz erlischt. Dann durchzuckt ein Dinoflagellaten-Blitz die Wassersäule — ein chemisch-scharfes Blauweißlicht, das für den Bruchteil einer Sekunde die Rippenstruktur der Schirmkappen in harte Schatten und Eislicht zerschneidet, die Zellwände als lichtdurchlässige Hülle enthüllt und den granulären Nebel der Chloroplasten im Cytoplasma für einen Herzschlag sichtbar macht, bevor die Dunkelheit alles zurückfordert. Die Partikel im Wasser — eine langsame Galaxie organischen Treibguts — fangen jeden Blitz als winzige Einzelfunken auf und erinnern daran, dass diese Finsternis lebt und bevölkert ist, dass der einzige Takt dieses Ortes das panische Zucken unsichtbarer Organismen weit oberhalb ist, deren Schrecken hier unten das einzige Licht der Welt erzeugt.

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