Mnemiopsis Gametenlaich Wolken
Ctenophores

Mnemiopsis Gametenlaich Wolken

In der samtschwarzen Wassersäule einer warmen Sommernacht in der Chesapeake Bay schweben drei *Mnemiopsis leidyi* wie langsam atmende Kathedralen aus Gallerte, ihre Mesoglea-Wände so dünn und brechungsgleich zum umgebenden Wasser, dass sie weniger als feste Körper erscheinen denn als organische Verzerrungen des Raums. Entlang ihrer acht Kammreihen rollt biolumineszentes Licht in metachronen Wellen — tiefes Kobaltblau, das in Türkis und Aquamarin übergeht — als würden glühende Finger über lebende Lichtleiterkabel streichen, Photozytenmission bei 490 nm, die sich durch Hydrogelwände diffundiert und die verästelten Gastrovaskulärkanäle als gespenstische dunkle Spitzen im Innenlicht freilegt. Aus den Gonoporenspalten entlang der Meridionalkanäle quellen langsame, milchweiße Spermienwolken hervor, die im Licht der eigenen Ctenophoren-Emission kurz silbrig aufleuchten, sich träge mit der Mikroströmung drehen und dort, wo zwei Wolken benachbarter Tiere sich überschneiden, einen perlmuttfarbenen Fortpflanzungsnebel formen, der chemische Signale trägt, die für uns unsichtbar bleiben. Durch diesen pelagischen Schleier taumeln Eier als fast perfekte, hochbrechende Kugeln, die das biolumineszente Umgebungslicht in winzige innere Kaustiken bündeln — gleißende Miniaturgestirne, jedes von einem prismatischen Beugungshalo aus Violett bis Orange umkränzt — und so ein dreidimensionales Universum kalter biologischer Funken bilden, das in der warmen, salzigen Stille dreißig Fuß unter der Oberfläche langsam in die Schwärze auflöst.

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