Der Blick führt entlang der helikalen Achse in eine Welt aus spiralförmig aufsteigenden Phosphat-Zucker-Säulen, deren sattorangen Phosphoratome und tiefkarmesinroten Sauerstoffatome wie organisch gemeißelte Pfeiler eines uralten Doms zu beiden Seiten emporragen und den Betrachter in einem engen, aber feierlichen Korridor aus lebender Chemie einschließen. In regelmäßigen Abständen von nur 3,4 Ångström überbrücken die flachen aromatischen Nukleobasenpaarplattformen den Spalt zwischen den Rückgratsäulen wie biologische Trittsteine, ihre π-gestapelten Elektrondichtehöfe so dicht übereinandergeschichtet, dass die quantenmechanischen Wahrscheinlichkeitsvolumina benachbarter Basenpaare sich beinahe berühren. Zarte cyanfarbene Fäden geteilter Elektrondichte spinnen sich zwischen Adenin und Thymin als doppelter Wasserstoffbrückenfaden und zwischen Guanin und Cytosin als kräftigeres Triplett, während winzige Wassermoleküle und blasslavenderfarbene Natriumionen die negativ geladenen Rillenwände in lockeren elektrostatischen Konstellationen bevölkern. Das gesamte Innere der Furche glüht in einem diffusen blauweiß-quantistischen Nebel, der aus den Elektrondichtehalos jedes einzelnen Atoms ausstrahlt – ein allseitig leuchtender Raum ohne Schatten, der die präzise, dreieinhalb Milliarden Jahre alte Ordnung des Erbgutmoleküls als etwas zugleich Erhabenes und Lebendiges erfahrbar macht.
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