Synchaeta im Phytoplankton-Nebel
Rotifers

Synchaeta im Phytoplankton-Nebel

Die Welt, die sich hier auftut, ist kein Wasser mehr, sondern ein leuchtendes grünes Medium — dicht besetzt mit Leben, so dass jeder Kubikmillimeter von Körpern, Filamenten und Silikatgittern besetzt ist und das einfallende Licht von oben als jadegrüne Trübung ankommt, die aus der Flüssigkeit selbst zu strömen scheint. Unmittelbar vor uns füllt ein *Synchaeta*-Rädertier mit seinem konischen Glaskörper — etwa vierhundert Mikrometer lang — das nahe Sichtfeld aus: Vier zarte Aurikelfortsätze ragen wie elfenbeinerne Antennen aus dem vorderen Rand, ihre gold-weißen Zilienquasten zitternd im viskosen Medium, das das Tier als vollständige Karte seiner Umgebung liest, während die Korona in metachronen Wellen schimmert und das grüne Licht in kurze violett-goldene Interferenzbögen bricht. Links versperrt ein *Ceratium*-Dinoflagellat den Mittelgrund wie eine braune Architekturruine — seine drei asymmetrisch geschwungenen Hörner aus ineinander greifenden Zelluloseplatten glänzen bernsteinfarben, während tief in seinem Inneren eine purpurrote Autofluoreszenz aus gestapelten Chloroplastenmembranen glüht. Rechts schwebt eine *Pediastrum*-Kolonie wie ein Buntglasfenster, jede Zelle eine grüne Laterne mit einem scharlachroten Kern, und darunter schlängeln sich *Anabaena*-Fäden in losen Ketten durch das nahezu impulsneutrale Medium — jede Kugel ein Jadeperle mit eigenem inneren Glühen, in einer Welt, in der kein lebender Körper dunkel ist.

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