In der Mitte des Gesichtsfelds trifft ein gedrungener, fassförmiger Räuber auf seine Beute: Didinium nasutum hat seinen Rüssel vollständig ausgestreckt und presst dessen Spitze in die Flanke eines weit größeren Parameciums, dessen Pellikel an der Kontaktstelle sichtbar eingedellt und zu einer glasig-dünnen Mulde verformt ist. Als Antwort auf diesen mechanischen Einschlag hat das Paramecium binnen Millisekunden Tausende von Trichocysten entladen — feine Proteinfäden, die sich wie ein Strahlenkranz aus gesponnenem Glas mehrere Körperlängen weit in das umgebende Medium erstrecken und die Zelle in eine kalte, helle Explosionswolke hüllen. Die Wimperntracht des Parameciums ist aus dem geordneten metachronen Wellenschlag herausgerissen: einzelne Cilien spreizen sich seitwärts oder knicken zurück, ein Zeichen des akuten Fluchtverhaltens, das in der Realität nur zehn bis zweihundert Millisekunden dauert. Beide Organismen leuchten von innen — Zytoplasma, Nahrungsvakuolen in Bernstein- und Brauntönen, hyalines Ektoplasma — während ein feiner Schleier aus Bakterienstäbchen und -kokken im nahezu schwarzen Medium Tiefe erzeugt und daran erinnert, dass dieser Augenblick biologischer Gewalt sich in einem dreidimensionalen Flüssigkeitskontinuum ereignet, das auf diesen Längenskalen die Viskosität von Honig besitzt.
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