Von einem Schwebepunkt unmittelbar über dem Scheitel blickt man auf eine sanft gewölbte Kuppel hinab, deren Oberfläche in einem nahezu makellos gleichmäßigen Sechseckraster aus isodiametrischen Zellen gegliedert ist — jede einzelne Zelle kaum zwölf Mikrometer breit, ihre zarten cellulosischen Primärwände zu einem mintfarbenen Elfenbeingitter verbunden, das das diffuse Licht von innen heraus streut wie mattiertes Glas. Im Zentrum jedes Feldes zeichnet sich ein dunkler, ovaler Zellkern ab, dicht und kaum vakuolisiert, eingebettet in ein ribosomenreiches Cytoplasma, das dem Innern der Zelle eine körnige, fastneblige Textur verleiht — denn dies ist das Sprossapikalmeristem, jene pluripotente Keimzone, aus der alle oberirdischen Organe der Pflanze hervorgehen, und die hier freiliegenden Zellen befinden sich in einem Zustand kontinuierlicher mitotischer Bereitschaft. An den Flanken erheben sich zwei Blattprimordien wie goldene Hügelrücken aus dem Plateau des Doms, ihre Zellen bereits in eine gerichtete Elongation übergehend, die Wände wärmer und dicker als das mintfarbene Zentrum, die Grenze zwischen meristematischer und differenzierender Zone über einen nur wenige Zellen breiten Übergangsbereich ausgehandelt. Die gesamte Szene misst kaum einen Wimpernschlag im Durchmesser und bleibt dem bloßen Auge vollständig verborgen, eingeschlossen in der Knospe unter Schuppenblättern — und dennoch trägt diese winzige Kuppel die Bauanleitung für Stängel, Blätter und Blüten, die erst Monate später sichtbar werden.
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