Urzeitlicher Protostern Erwacht
Observable universe

Urzeitlicher Protostern Erwacht

Der Blick öffnet sich in eine Dunkelheit, die keine Entsprechung in der späteren Geschichte des Kosmos kennt – ein schier endloses Gewölbe aus metallfreiem Wasserstoff und Helium, das sich in langsamen, turbulenten Faltungen zusammenzieht, seine rotbraunen und umberfarbenen Schleier von keinem einzigen Stern beleuchtet, weil noch keiner je gebrannt hat. Der einzige Lichtschimmer, der jede Oberfläche mit einem kaum wahrnehmbaren Karmesinhauch überzieht, ist die Eigenwärme des Universums selbst – der kosmische Mikrowellenhintergrund, der bei etwa 54 Kelvin abstrahlt und so beweist, dass diese Epoche noch keine 200 Millionen Jahre nach dem Urknall liegt. Dann, im geometrischen Herz des kollabierten Dunkelmateriehalos, geschieht das erste Mal: Ein hypermassiver Protosternkern entfacht sich zu einem grell-blauweißen Fixpunkt, dessen harte Ultraviolettstrahlung sofort eine scharf umrissene Strömgren-Sphäre aus ionisiertem Gas herausstanzt – ein transparentes Blasenwesen aus elektrischem Cyan und Violett, das sich gegen das undurchdringliche Bernsteinbraun der unberührten Urwolke abhebt wie eine geöffnete Linse. Was diese Szene von jeder späteren Sternentstehung unterscheidet, ist die vollkommene Reinheit des Mediums: kein Staub, kein Kohlenstoff, kein Sauerstoff, so dass das UV-Licht durch das ionisierte Volumen ohne Streuung schießt und der Ionisationsfront eine kristalline, schneidend harte Schärfe verleiht, die in allen folgenden kosmischen Epochen nicht mehr zu finden sein wird.

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