Lipidvesikel Speicherzelle
Mycorrhizae & soil networks

Lipidvesikel Speicherzelle

Du schwebst eingeklemmt zwischen drei gewaltigen Vesikeln, die das gesamte Volumen einer Wurzelrindenzelle ausfüllen – blassgelbe Bernstein-Ballons aus verdichteten Chitin-Glucan-Lamellen, deren äußere Wand rau und elfenbeinfarben texturiert ist, bevor sie nach innen in eine glasklare, lichtbrechende Glätte übergeht. In jedem Vesikel hängen Dutzende sphärischer Lipidtröpfchen von fünf bis zehn Mikrometern Durchmesser in einem milchig-viskosen Medium suspendiert, jedes mit einem eigenen goldenen Lichtreflex, als wären Tropfen kaltgepressten Öls in Bernstein eingefroren – dies sind die Fettstoffspeicher des arbuskulären Mykorrhizapilzes (*Glomeromycota*), in denen Triacylglyceride und andere Lipide akkumuliert werden, die als primäre Kohlenstoffwährung zwischen Pilz und Wirtspflanze zirkulieren. Die Vesikel haben sich gegenseitig und die Zellwand so stark gegen sich gedrückt, dass das Zytoplasma der Wirtszelle zu einem dünnen, blassgrünen Film an den Rändern zusammengequetscht wurde, fein granuliert von Ribosomen und Organellen, die kaum noch Raum haben. Zwischen zwei der Vesikel windet sich in Sichtweite eine einzelne intraradikale Hyphe von nur fünf Mikrometern Durchmesser – farblos, straff, von einem dünnen Wasserfilm glitzernd –, die dieses öl­gesättigte Depot mit dem unsichtbaren externen Myzel verbindet und daran erinnert, dass dieser innere Tresor kein isolierter Raum ist, sondern ein Knoten in einem Netzwerk, das weit über die Wurzel hinausreicht.

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