Der Besucher steht auf dem Boden einer engen Schlucht aus lebendiger Chemie: Links und rechts erheben sich bronzefarbene Deoxyribose-Pentagonringe in gleichmäßig gerippten Bögen, durchbrochen von rostorangen Phosphat-Tetraedern, deren wasserbefilmte Oberflächen das diffuse Blaulicht der Rille zerstreuen. Der Boden dieses Canyons ist aus horizontalen Schichten gestapelter Basenpaar-Scheiben gepflastert – blaugrünes Adenin gegenüber ocker-braunem Thymin, waldgrünes Guanin gegenüber lavendelfarbenem Cytosin –, jede Lage von einem haarfeinen π-Stapelspalt von 3,4 Ångström abgetrennt, einem Schatten so schmal wie das Unmessbare. Entlang der Phosphatwände zieht sich eine Perlenkette aus Wassermolekülen, jede durch Wasserstoffbrücken mit dem nächsten verbunden, ein biolumineszentes Ornament, das die negativ geladene Rückgratwand mit eisblauem Schimmer belegt. Die Atmosphäre hat Gewicht: ein elektrisch aufgeladenes, feuchtes Medium, in dem das elektrostatische Feld als kobaltblaue Lichtnebel sichtbar wird und alles Feste in einem ununterbrochenen thermischen Zittern zu stehen scheint – als könne die Geometrie des Augenblicks jeden Moment in eine neue Form fallen.
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