Im Inneren eines engen Porenraums zwischen bernsteinfarbenen Quarzkörnern schwimmt eine cremefarbene Tisbe-Copepode auf verschlungenen Bahnen durch das stille, zähflüssige Wasser — hinter ihr hängen zwei prall gefüllte Eiersäcke, deren dünne Membranen die dicht gepackten Embryonen wie in Bernstein eingeschlossene Kommas durchschimmern lassen. Ein leichtes Flimmern in dem blaugrau gestreuten Licht verrät die chemische Duftspur, die sie hinterlässt: Pheromone, die sich molekülweise durch das Wasser lösen und den kleineren, kantiger gebauten Männchen unwiderstehlich anlocken, dessen nach vorne gestreckte, genikulierte Antennen mit gespreizten Ästhetasken-Haaren jeden Augenblick die Spur neu abtasten. An der Rückwand des Hohlraums bilden gestielte Licmophora-Diatomeen einen zierlichen Hain aus fächerförmigen Silikatschalen, deren fein gestreifte Frusteln das einfallende Licht in Y-förmige Schatten auf den goldbraunen Biofilm darunter brechen. Dieser Biofilm — eine lebendige Tapete aus Bakterienkolonien, extrazellulären Polymeren und flach liegenden Diatomeenzellen — überzieht die gewölbten Kornoberflächen wie Flechten auf altem Stein und bildet das eigentliche Fundament dieser mikroskopischen Welt, in der Oberflächenspannung und chemische Gradienten wichtiger sind als die Schwerkraft.
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