Im Lichtkegel einer schmalen LED-Stirnlampe tauchen zwei höhlenbewohnende Strudelwürmer (*Dendrocoelum* sp.) aus der Dunkelheit auf – flache, elfenbeinfarbene Körper von zehn Millimetern Länge, die lautlos über kremweißen Kalzitsinter gleiten, als würden sie eine gefrorene Minerallandschaft aus sanft aufgewölbten Karbonatschichten durchqueren. Ihr Gewebe ist so durchsichtig, dass die verzweigten Darmdivertikel durch die Körperwand hindurch als warmbeige Äste erkennbar sind, einem in Milchglas eingeschlossenen Flussdelta gleich – das einzige farbige Merkmal in Körpern, die durch Jahrtausende lichtloser Evolution jedes Pigment und jeden Augenfleck verloren haben. Das Wasser der unterirdischen Karstquelle hält konstant 8 °C, und die Oberfläche über den Tieren wirft den Lichtstrahl als einen einzigen harten, weißen Strich zurück, während die Höhlenwände wenige Zentimeter jenseits des Lichtkegels in absoluter, drückender Schwärze verschwinden. Nur vereinzelte Kalzitkristalle fangen den Strahl in flachem Winkel und entzünden sich für einen Augenblick als kalte, violett-weiße Funken – wie Sterne, die kurz ein Auge öffnen und es sofort wieder schließen.
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