Bullet-Cluster Schockwellen-Kollision
Superclusters

Bullet-Cluster Schockwellen-Kollision

Der Blick fällt auf zwei gewaltige Populationen elliptischer Galaxien — warm bernsteinfarben und elfenbeinbleich —, die sichtbar voneinander getrennt driften, als hätten zwei Kontinente aus Licht einander durchdrungen und vergessen anzuhalten. Zwischen ihnen wölbt sich ein leuchtender Bogen aus cyan-weißem Plasma: die Stoßwellenfront des Bullet-Clusters, eine Wand aus komprimiertem, auf Zehnmillionen-Grad erhitztem Intracluster-Medium, das ausschließlich in Röntgenwellenlängen strahlt und sich kegelförmig wie ein kosmischer Schiffsrumpf durch den Verschmelzungsraum schiebt. Das kollidierende baryonische Gas beider Cluster wurde vom Gravitationsstoß entkoppelt — abgebremst und zurückgelassen — während die unsichtbaren Dunkelmateriehalos mitsamt ihren Galaxien nahezu ungehindert aneinander vorbeiglitten, ein direkter Beweis dafür, dass Dunkle Materie nicht elektromagnetisch wechselwirkt. Die gestoßene Materie breitet sich nun in allen Richtungen als diffuse, violett-magentafarbene Wolke aus, ein leuchtendes Wundmal in der großräumigen Struktur, das sich ohne scharfe Grenzen in die Schwärze des Intergalaktikums verliert.

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