Im Herzen dieser Szene berührt sich eine winzige, smaragdgrüne Kugel – eine Micromonas-Geißelalge kaum drei Mikrometer groß – mit dem gläsernen Speer eines Axopodiums, und in diesem Bruchteil einer Sekunde entscheidet sich ihr Schicksal. Das Axopodium, innen von gebündelten Mikrotubuli in wabenhafter Geometrie durchzogen, leuchtet mit kaltem, blaugrünem Schimmer, während am Kontaktpunkt eine dunkle Membransichel beginn, sich wie eine erste Grad eines langsamen Sonnenfinsternis um die autofluoreszierende Beute zu wölben – sichtbares Zeichen einer bereits ausgelösten biochemischen Maschinerie der Einverleibung. Weit hinter dieser Begegnung steigt das sechseckige Silikatgitterwerk des Radiolars wie eine außerweltliche Kathedrale aus dem Dunkel: jedes Pore ein dunkles Fenster in einer Architektur, die hier Dimensionen eines gewaltigen Bauwerks annimmt. Entlang des Axopodiums treiben blasse Vesikel wie gedämpfte Laternen tiefer ins Zellinnere – frühere Mahlzeiten, deren einst leuchtende Pigmente zu Rost und Ocker verblichen sind, während die Verdauung still voranschreitet. Das gesamte Bild schwimmt in einem volumetrischen Dunkel, das keine Lichtquelle kennt außer den Organismen selbst – jeder emittiert genau so viel Licht, wie seine Chemie verlangt.
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