Inneres der Dreiarmigen Mahlkammer
Nematodes

Inneres der Dreiarmigen Mahlkammer

Im Innern des terminalen Pharyngealbulbus hängt man wie in einer gewaltigen Kathedrale, deren geschwungene Wände sich ringsum zu dem dreiarmigen Lumen zusammenziehen — einem sternförmigen, im Querschnitt Y-förmigen Kanal, der von konzentrierter Pharyngealflüssigkeit honigfarben durchleuchtet wird. Drei keilartige Mahlplatten aus elektronendichter Kutikula — hornfarben, an ihren abgeschrägten Kanten mit schwachen Interferenzstreifen wie poliertes Schildpatt — schlagen unter hydraulischem Druck radial gegeneinander: jeder Schlag dauert eine Bruchteilsekunde und verdrängt die viskose Flüssigkeit in trägen, glasartig wogenden Bögen nach außen, während zertrümmerte Bakterienfragmente und goldene Lipidtröpfchen in langsamer Brownscher Drift um einen herumschweben. Die Muskelwände des Bulbus sind streng geordnete Architektur — Sarkomerbänder verlaufen in blassrosa, nahezu transparentem Zytoplasma wie die Rippen eines romanischen Gewölbes, mit einem feinen blausilbernen Schimmer dort, wo Aktin- und Myosinfilamente in exakter Registeranordnung das Licht brechen. Das Licht selbst hat keine Quelle: Es streut diffus durch die transluzente Kutikula und das Muskelgewebe herein und taucht den gesamten Innenraum in ein gleichmäßiges, warmes Bernsteinleuchten, das den zähflüssigen, proteindurchwirkten Inhalt dieses mikroskopischen Zermalmungsapparats wie in flüssigem Harz konserviert erscheinen lässt.

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