Vor Ihnen liegt ein Fullerencage aus sechzig Kohlenstoffatomen wie ein winziger Himmelskörper, doppelt und doch unentschieden: zwei halbtransparente blau-weiße Geisterbilder überlagern sich, ihre sechseckigen und fünfeckigen Facetten schimmern gegeneinander versetzt, sodass sich an den Überlappungen türkishelle Knoten und dazwischen auslöschende, fast unsichtbare Bereiche bilden. In den Raum davor sind Interferenzfransen wie gefrorene Auroravorhänge gespannt, sichtbare Ausdrucksformen der Überlagerung von Wahrscheinlichkeitsamplituden, die in regelmäßigen Abständen durch den leeren, tief indigo schimmernden Hintergrund ziehen. Dann beginnen warmgoldene Kontaktblitze von umgebenden Molekülen und Photonen eine der beiden Möglichkeiten zu „berühren“: Dort verdichtet sich die Struktur, wird opaker und kühler in ihrer Gewissheit, während die Fransen verwaschen und die andere Spur zu einem blassen Nachbild zerfällt. So kippt das Bild von einer verletzlichen, delokalisierten Quantensuperposition in eine einzelne, feste klassische Bahn – als hätte die Welt selbst entschieden, sich an eine einzige Wirklichkeit zu erinnern.
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- Nederlands: Decoherentie vervaagt, klassieke geboorte