Reionisationsära Blasengrenze
Observable universe

Reionisationsära Blasengrenze

Der Beobachter schwebt im intergalaktischen Medium der kosmischen Dämmerung, eingehüllt in einen rostbraunen, bernsteinfarbenen Dunst aus neutralem Wasserstoff, der das Licht aller fernen Quellen in ein trübes, rötliches Leuchten verwandelt — das Universum ist hier noch nicht aufgeklärt, noch nicht durchsichtig, sondern dicht und schwanger mit Materie, die kurz vor ihrer Befreiung steht. Unmittelbar vor dem Betrachter brennen mehrere Protogalaxien mit wilder blauweißer Intensität: unregelmäßige, kompakte Knäuel neugeborener Sterne, deren ultraviolette Strahlung das neutrale Gas um sie herum aufbricht und blasenförmige Inseln plötzlicher Transparenz in das sonst undurchdringliche Medium reißt, während die Grenze jeder dieser Ionisationssphären als glühend karmesinrote Lyman-alpha-Schale aufleuchtet — dort, wo hochenergetische Photonen auf intakten Wasserstoff treffen und ihn zur Reemission zwingen. Nadelscharfe Quasare stechen als sengende weiße Lichtpunkte schräg durch die Szene, ihre schmalen Ionisationskegel schneiden elektrisch blauweiße Schneisen in den warmen Dunst, deren Ränder von einem Flüstern aus Purpurrot gesäumt werden. Die Tiefe dieser Szenerie ist körperlich spürbar: von der teilweise ionisierten Blase, die den Betrachter umschließt, über Schichten zunehmend undurchdringlicheren Nebels, in dem entfernte Galaxiensamen nur als diffuse Lichtflecken schimmern, bis hin zu einem Horizont, der kein definiertes Ende kennt, sondern sich in ein unergründliches, rötlichbraunes Dunkel auflöst — das Universum bei einem Rotverschiebungswert von etwa sieben, eine Milliarde Jahre nach dem Urknall, im Augenblick seiner eigenen Entzündung.

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