Der Blick wandert von unten durch einen endlosen Wald aus gestapelten Coronenmolekülen, deren tief bernsteinfarbene aromatische Scheiben — jede knapp neun Ångström im Durchmesser — sich in einem regelmäßig hexagonalen Kristallgitter bis in einen warmen, dunstigen Fluchtpunkt nach oben erstrecken. Coronene, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe aus zwölf kondensierten Sechsringen, ordnen sich in organischen Kristallen durch π-π-Wechselwirkungen zu präzisen Säulen, wobei die Ebenenabstände von 3,4 Ångström — der klassischen van-der-Waals-Stapeldistanz konjugierter Systeme — dafür sorgen, dass die delokalisierten Elektronenwolken benachbarter Scheiben zu einem einzigen leuchtenden Membranring verschmelzen. Zwischen den Säulen füllt ein kühler grau-blauer Dunst den Raum: das volumetrische Abbild schwacher, richtungsloser van-der-Waals-Dispersionskräfte, die — ohne Ladung, ohne gerichtete Bindung — allein durch fluktuierende Dipolmomente die Kristallpackung zusammenhalten. Immer wieder zuckt ein elektrisch-oranges Aufleuchten durch eine Scheibengrenze: ein Polaron, ein durch Gitterverzerrung selbst eingefangener Ladungsträger, der durch thermisch aktiviertes Hopping von Scheibe zu Scheibe wandert und für den organischen Halbleitern typischen intermolekularen Ladungstransport sorgt. Man steht in einem Kathedralenschiff aus lebendigem Licht, in dem Größe keine menschliche Bedeutung mehr trägt — ein einziger dieser bernsteinfarbenen Ringe ist kaum breiter als zehn Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen hintereinander.
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