Der Blick gleitet über eine endlose, gefrorene Ebene aus semitransparenten Sechsecken, die sich in einem präzisen Fischgrätmuster nach allen Seiten ausdehnen – flache aromatische Ringe, abwechselnd um etwa 55 Grad gekippt, wie Pflastersteine einer uralten Kathedrale aus Bernstein und Rauchquarz. Über und unter jeder Scheibe schwebt ein zarter Doppelschleier aus violett-goldenem Licht, die π-Elektronenwolke, die sich zu beiden Seiten der Molekülebene als hauchzarte Loben materialisiert und sich in den engen Zwischenräumen von kaum 3,5 Ångström zu einem gemeinsamen Leuchten verbindet – CH–π-Wechselwirkungen zwischen Ringkante und Ringfläche, die das gesamte Kristallgitter in geometrischer Disziplin halten. Das innere Licht ist golden und flach, wie eine Wintersonne tief hinter dem Gitter, und wirft lange Schattenstreifen über das Fischgrätmuster, während ferne Reihen identischer Moleküle in einem kontinuierlichen Bernstein-Violett-Dunst verschwimmen, als würde man durch ein riesiges facettiertes Mineral blicken. Bei 175 Kelvin ist das Kristallgitter nahezu unbeweglich, die Gitterschwingungen auf quantenmechanisches Zittern reduziert – und nur vereinzelte dunkle Lücken, vakante Gitterplätze, stören das sonst makellose periodische Mosaik, ihre Nachbarmoleküle leicht aus dem Lot geraten, ihre π-Halos dem Nichts entgegengeneigt wie Flammen im Zug.
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