Der Blick richtet sich von unten nach oben durch einen Wald aus dreißig *Acetabularia acetabulum*-Stielen, die wie schlanke Jadestäbe aus dem weißen Kalkgestein emporwachsen – jeder Stiel ein einzelnes gigantisches Lebewesen, eine einzige Zelle von bis zu acht Zentimetern Höhe, deren dünne Wände die chloroplastenreichen Ektoplasmaschichten als dunkle Bänderung durchschimmern lassen. Die Schirmkappen an den Spitzen jedes Stiels sind flache, radiär segmentierte Scheiben – gametangiale Strahlen, angeordnet wie die Speichen eines gotischen Rosenfensters – und im Gegenlicht des schräg einfallenden Mittelmeermorgensonnenstrahls leuchten sie wie kleine Buntglaslanternen in Chartreuse und warmem Strohgelb auf. Das Wasser darüber schimmert in tiefem Coelanth-Türkis, durchzogen von kaustischen Lichtmustern, die langsam über den weißen Kalkboden wandern und den Zwischenraum zwischen den Stielen in kühlen Schatten tauchen, der von hellen, smaragdgrünen Lichtschlitzen durchbrochen wird. Was hier als Kolonie erscheint, ist in Wahrheit eine Gemeinde von Individuen, von denen jedes eine einzige, kernlose Zelle ist – der einzige Kern sitzt tief unten im Rhizoid, verankert in krustigen Kalziumkarbatatkristallen –, und die langsame Migration der Chloroplasten zur sonnenzugewandten Flanke hin ist die einzige Bewegung in dieser stillen, unterweltlichen Kathedrale.
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