In absolutem Schwarz – nicht das Dunkel des Tiefwassers oder einer mondlosen Nacht, sondern ein physikalisch vollständiges Nichts, in dem polarisiertes Licht ausgelöscht wurde – leuchten vor dir die Gehäuse fossiler Einzeller wie eine Konstellation aus innerem Feuer. Der gewölbte Bau einer *Globigerina* erhebt sich wie ein Kathedralsdom, dessen einzelne Kammern in Erstordnungsfarben glühen: Warmgelb geht in blasses Tangerine über, wo das Kalkgitter an den Suturleisten dünner wird, und die gesamte Optik entsteht nicht durch äußeres Licht, sondern durch die Doppelbrechung des Kalzits selbst, der das polarisierte Licht in seine spektralen Bestandteile zerlegt. Daneben brennt der scharfe Kiel einer *Globorotalia* in einem fast schmerzhaften Elektroblau-Weiß – eine mineralisierte Schneide von nur wenigen Mikrometern Dicke, an der die Interferenzfarbe ihr Maximum erreicht –, während weiter entfernt jedes einzelne Quarzkorn in der Wand einer agglutinierten *Textularia* in seiner eigenen kristallographischen Orientierung leuchtet: Karmesinrot neben Saphirblau neben gebrochenem Violett, eine Mosaikkolumne aus mineralischer Individualität. Den schärfsten Kontrast zu all diesem chromatischen Feuer bildet die perfekt schwarze Silhouette einer *Quinqueloculina* daneben, deren porzellanartiger Kalzit mit seinen regellos orientierten Kristallen jeden Photonen des polarisierten Lichts auslöscht und das geometrisch komplexeste Gehäuse der gesamten Versammlung zur absolutesten und schönsten Dunkelheit macht.
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