Wir befinden uns an der Unterseite eines Granitgeröllsteins, das Gesicht zur nassen Fläche gewandt, während über uns drei Strudelwürmer der Gattung *Dugesia* lautlos durch einen lebendigen Teppich aus Periphyton gleiten — aschgraue, leicht durchscheinende Körper von zwölf bis fünfzehn Millimetern Länge, die sich wie träge Kontinente über eine Landschaft aus Diatomeen in Olivgrün, Ocker und blassem Gold schieben. Das Granit-Gestein selbst ist in dieser Perspektive zu einem gewaltigen Mosaik aus Feldspat- und Quarzteritorien aufgelöst, dessen Kristallkanten das diffuse, durch die Wassersäule gebrochene Licht als zarte prismatische Schimmer fangen. Jeder Wurm hinterlässt hinter sich ein kaum sichtbares Schleimband, das im gestreuten blaugrünen Gegenlicht wie eine silberne Faser aus dem matten Biofilm auftaucht — ein molekulares Gleis aus Mucoproteinen, das den Zilienschlag der Bauchfläche verankert und den gleichmäßigen, fast unhörbaren Vortrieb ermöglicht. Im mittleren Wasserraum jenseits des schützenden Steinrandes treibt eine Eintagsfliegenlarve als unscharf leuchtender Bernsteingeist vorbei, ihr Körpervolumen in dieser Welt kaum fassbar groß, während die Sandkörner am Rand des Sichtfeldes als kantige, schattenschwere Felsen in der Tiefenschärfe verschwimmen.
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