Der Blick fällt hinab auf eine kreisrunde Ebene aus lebendigem Glas, die sich in alle Richtungen bis an den Rand des Sichtfelds erstreckt – eine Coscinodiscus-Valve von 150 Mikrometern Durchmesser, die im Durchlicht wie ein liegendes Kirchenfenster leuchtet. Zehntausende hexagonaler Areolen aus amorphem, hydratisiertem Silikat – SiO₂·nH₂O, also biologisch abgeschiedenes Opalgas – fügen sich lückenlos zu konzentrischen Ringen zusammen und wirken dabei wie Linsen, die das von unten einfallende Licht zu warmen Bernstein-Punkten bündeln, während die Wandstärke zum Rand hin abnimmt und dort durch Dünnfilm-Interferenz in ein tiefes Blauviolett umschlägt. Aus dieser Glasebene erheben sich in gleichmäßigen Abständen die Fultoportulae – hohle Zylinder aus Silikat, deren offene Kanäle senkrecht nach oben zeigen wie Fernrohre, die mal goldenes Innenleuchten zeigen, mal kaltes blaues Streiflicht, und deren Schatten weich über je zwei oder drei benachbarte Areolen fallen und dem Ganzen eine stille topographische Tiefe verleihen. Das umgebende Meerwasser besitzt jene feine Cyanfärbung gelöster organischer Stoffe, und der abgeschrägte Rand des Diskus sendet beim Abfallen ins offene Wasser einen letzten Aufblitz prismatischer Irisierung – als löse sich ein Kontinent aus Glas langsam in blaues Dämmerlicht auf.
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