Der Blick gleitet waagerecht durch das sonnenerfüllte Epilimnion eines Sees, wo drei *Keratella cochlearis* im offenen Wasser hängen wie geometrische Laternen aus getriebenem Bernsteinglas – ihre starren Loricae, kaum so groß wie ein feines Sandkorn, sind mit einem Mosaik präziser sechseckiger Facetten überzogen, die das von oben einfallende Licht bündeln und als zuckende Kaustik-Sterne ins umgebende Blaugrün streuen. Die sechs schlanken Vorderspinnen jedes Tieres ragen wie gezogene Quarznadeln in die Wassersäule, während das Silberspiegel-Gewölbe der Wasseroberfläche darüber in langsamen, elastischen Wellen pulsiert und die Lichtkegel immer wieder neu verteilt. Durch die durchscheinenden Schalenwände sind die inneren Organe zu erahnen – der dunkle Germovitellar, die golden leuchtenden Magendrüsen, das rhythmische Mahlen des Mastax –, lebende Mechanismen, eingeschlossen in einem Gehäuse, das der Evolution nichts zu verbessern übrig gelassen hat. Tief im Hintergrund dreht sich eine *Volvox*-Kolonie wie ein smaragdgrüner Kronleuchter durch das zunehmend blaue Wasser, während zwischen Vorder- und Hintergrund eine lebendige grüne Wolke aus einzelnen *Chlorella*-Zellen treibt, jeweils kaum einen Mikrometer groß und zusammen das Wasser in das Licht einer seichten Tropikallagune tauchend.
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