Aus dem Inneren des lebenden Siebröhrengliedes blickt man auf eine Querwand, die das gesamte Gesichtsfeld ausfüllt wie das Rosettenfenster einer Kathedrale — eine dreimicrometer starke Scheidewand aus Cellulose, golden-transparent wie gealterte Bernstein, durchbrochen von zwölf kreisrunden Poren, jede umfasst von einem milchweiß leuchtenden Callosekragen aus dicht gestapelten Biopolymerlamellen, die das Licht des Lumens zerstreuen und kühle, leicht bläuliche Höfe um jede Öffnung zeichnen. Durch diese zwölf Portale treiben P-Protein-Filamente als durchscheinende, cremefarbene Schleier, kaum breiter als ein Bruchteil eines Mikrometers, sanft hin und her schwingend im nahezu unsichtbaren Strom des Phloemsafts, der mit einer Geschwindigkeit von rund einem Meter pro Stunde durch das kolloidale System transportiert — ein Massenfluss, der durch osmotische Druckdifferenzen zwischen Quellorgan und Verbrauchsgewebe angetrieben wird. Links, hinter der dünnen gemeinsamen Lateralwand, drückt sich die Begleitzelle wie ein dunkles, organellengesättigtes Nebenzimmer heran: ihr Zytoplasma fast undurchdringlich von Mitochondrien, Ribosomen und endoplasmatischem Retikulum, ihr blasser Zellkern wie ein Flussstein in braungrauer Dichte, mit dem Siebröhrenglied durch zahlreiche Plasmodesmata verbunden, jene winzigen Lichtpünktchen in der Trennwand, über die Proteine, ATP und Signalmoleküle ausgetauscht werden und ohne die das kernlose Siebröhrenglied nicht funktionsfähig wäre.
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