Im Inneren des Bodens hängt man in einem Geflecht lebender Fäden: Vor einem dehnt sich eine mächtige, weiß-transluzente Hyphe aus wie ein unter Druck stehendes Rohr, durch das in bernsteinfarbenem Strom Organellen und Zytoplasma fließen, die Septen als leicht opake Scheiben mit zentraler Pore sichtbar, das ganze Innere von einem warmen Tee-Gold durchleuchtet, das durch verrottendes Laub von oben hereinfiltriert. Unmittelbar davor — den Vordergrund ausfüllend — drängt sich das Vorderende eines fungivoren Nematoden gegen die Hyphen-Wand: ein gerippter, leicht kegelförmiger Zylinder aus Kutikula, dessen Stylet bereits durch die Hyphenwan gestochen hat, der Pharyngeal-Pumpe rhythmisch folgend, während rund um den Einstich eine Retrakt-Welle des Zytoplasmas sichtbar nach außen weicht und winzige Tröpfchen extradierten Materials das Bernsteinlicht in warme Spiegelreflexe zersplittern. Das Nematod bewegt sich in einem Regime verschwindender Trägheit — an Stelle von Schwerkraft regieren Oberflächenspannung und Viskosität jede Regung — und so klebt ein feiner Wasserfilm zwischen Zellulosefasern und Hyphenwänden als helle, gebogene Meniskus-Linien an allen Oberflächen, die gesamte architektronische Tiefe des Bildes aus raumem Bernstein, durchscheinendem Elfenbein und dem einzigen kühlen, metallischen Reflex des Stylets aufgebaut.
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