Kohlenstoff-Nanoröhren-Tunnel
Atoms

Kohlenstoff-Nanoröhren-Tunnel

Der Blick aus dem Inneren dieses Kohlenstoff-Nanoröhrchens zeigt ein zylindrisches Gewölbe aus sp²-hybridisierten Kohlenstoffatomen, deren warm-bernsteinfarbene Atomkerne im Abstand von etwa vier Ångström an allen Seiten die Röhrenwand bilden und durch kurze, lichtgebende Elektronendichte-Brücken zu einem makellosen hexagonalen Gitter verknüpft sind. Den inneren Rand dieser Wand säumt ein diffuses, elektrisch blaues Leuchten — die delokalisierte π-Elektronenwolke des aromatischen Systems, die wie biolumineszentes Licht über den Ringstrukturen schwebt und in sanften Wellen dichter und dünner wird, je nachdem, wo Elektronendichte sich in den Sechsringen konzentriert oder an den Bindungsmittelpunkten abflacht. Die Röhre vom Typ (10,0) hat einen Innendurchmesser von gerade einmal sieben Ångström — kleiner als ein einzelnes Proteinmolekül — und ihr quantenmechanisches Vakuum besitzt fast eine körperlich spürbare Qualität: absolute, strukturlose Leere, die nur durch jenen ringförmigen Elektronenschimmer begrenzt wird. In beiden Richtungen zieht sich das kristallperfekte Gitter in einen mathematisch präzisen Fluchtpunkt zurück, die Bernstein- und Blautöne der selbstleuchtenden Kovalenzbindungen verdichten sich zu einem Tunnel aus reiner geometrischer Ordnung, einer Architektur, die durch keine makroskopische Intuition zu greifen ist.

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